„Man kann einen Menschen nichts lehren.
 Man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“
(Galileo Galilei)
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TRAUMA – Mechanismen der Heilung


 

„Neurose ist Krankheit des Gefühls und kann nur durch Fühlen geheilt werden.“ (Arthur Janov)


Die trügerische Hoffnung
Der Kern des neurotischen Kampfes ist die Hoffnung. Die Hoffnung auf Befriedigung von Bedürfnissen, die in der Kindheit nicht befriedigt wurden. Wir sind auf der Suche nach unseren Eltern von damals, die uns als Kinder, die wir waren, lieben sollen. Doch niemand ist unsere Eltern von damals und niemals mehr ist damals. Unser ganzes Leben können wir so der vergeblichen Suche widmen, tausend Masken benutzend, ohne das Gesicht dahinter zu kennen. Immer auf der Flucht vor den unbekannten Ungeheuern in den Tiefen unserer selbst, vor den Ängsten, Traurigkeiten und Schmerzen; vor dem Grauen, dem Hass und der Leere. Doch ist es nicht möglich, nur den sogenannten negativen Gefühlen zu entfiehen. Gefühl ist Gefühl und so verlieren wir dabei zwangsläufig auch die sogenannten positiven Gefühle, die in denselben Tiefen schlummern. Das Leben wird flach und öde.

Wenn wir aber den Mut haben, die Hoffnung aufzugeben und uns auf die Tiefen unserer Gefühle einzulassen, beginnt das größte und eines der wenigen wirklich wahren Abenteuer dieser Welt:

DER WEG ZU UNS SELBST…

 

Der Schmerz
Gefühle, die ihren Ausdruck finden, tun nicht weh. Was weh tut, ist die Blockade. Das Leben ist Bewegung und solange es fließt, tut es nicht weh. Wo es angehalten wird, wächst der Schmerz. Deshalb bedeutet Heilungswille auch, sich mit dem Schmerz auseinanderzusetzen. Das eingefrorene Leben kann wieder zu fließen beginnen, wenn der Schmerz sich Bahn brechen darf.

 

Fühlend erleben – Das Primal oder Urerlebnis
Heilung kann dann stattfinden, wenn eine traumatische Situation fühlend und im richtigen Zusammenhang ERLEBT wird (sie wird also nicht „wieder“erlebt, sondern zum ersten Mal; Janov nennt diesen Moment „Primal“). „Fühlend erleben“ geht weit über die diffusen Empfindungen, die sich sonst so im Inneren (nicht) abspielen, hinaus.

 

Gefühle und deren körperlicher Ausdruck:
Trauer: Weinen und Wehklagen
Freude: Lachen, Hüpfen, Jubeln
Zorn: Wutschreien, Schlagen, Treten, Aufstampfen
Angst: Zittern und mit-den-Zähnen-Klappern
Zuneigung: Umarmen, Liebkosen, Beifall

 

Der richtige Zusammenhang
Gefühle auszudrücken, schafft zwar Linderung, bewirkt aber noch keine Heilung. Wichtig ist deshalb, all diese Gefühle im richtigen Zusammenhang zu erleben. Man macht eine Art Zeitreise, zurück an die Stelle, an der damals der Bruch stattgefunden hat und kann so die Weichen neu stellen.

 

Eine neue Welt
Auf diese Art kann sich die Blockade lösen, die Sicht wird klarer, die Welt und die Möglichkeiten größer. Und das Herz wird leichter. Zwänge, Süchte, Krankheiten können von selbst verschwinden; Klarheit, Einsicht, Vergebung, Selbstbewusstsein können sich einstellen. All dies ist nichts, was man „lernen“ könnte und „üben“ müsste, es kann einfach ganz von selbst als Resultat der Auflösung von solchen Blockaden kommen.

 


Nähere Informationen in „Der Urschrei“ von Arthur Janov.

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